Cinema Italiano – L’Innocente (Der Unschuldige)

L’innocente ist Luchino Viscontis düsteres Meisterwerk mit prachtvollen Kostümen, opulenten Bildern und großer psychologischer Tiefe, kurz vor seinem Tod.
Im Rom des Jahres 1891, zur Zeit der Herrschaft von König Umberto I., hat der Aristokrat Tullio Hermil keinerlei Hemmungen, seine außereheliche Beziehung zur Gräfin Teresa Raffo öffentlich zur Schau zu stellen. Seine sanftmütige Ehefrau Giuliana scheint sich mit einem Zusammenleben abgefunden zu haben, das lediglich auf gegenseitiger „schwesterlicher Achtung und Wertschätzung“ beruht.
Als Tullio jedoch nach der Rückkehr von einer Liebesreise nach Florenz erfährt, dass zwischen seiner Frau und dem aus einfachen Verhältnissen stammenden Schriftsteller Filippo D’Arborio eine Freundschaft entstanden ist, erwacht in ihm ein erneuertes Interesse an Giuliana.
Was folgt, ist kein romantisches Drama, sondern ein spannendes Psychogramm eines Menschen, der von Eifersucht, Besitzdenken und verletztem Stolz zerfressen wird.
Je mehr Tullio die Kontrolle verliert, desto rücksichtsloser handelt er. Seine Besessenheit wächst und führt schließlich zu einer erschütternden Entscheidung.
Der Titel „Der Unschuldige“ bezieht sich auf das Kind, das aus Giulianas Beziehung hervorgeht. Gerade an diesem unschuldigen Leben zeigt sich die ganze Tragik von Tullios Charakter.